Bäume schneiden

Luft und Licht

Baumkronen brauchen Luft und Licht. So können sie sich ideal entfalten. Obstbäume und Ziergehölze sollten deshalb einen regelmässigen Gehölzschnitt erhalten, damit sie auch bei der Blüte und Ernte gut abschneiden. Als Grundregel gilt: Ein starker Rückschnitt ist gut für das Holzwachstum, ein geringer Rückschnitt und das Herunterbinden von Zweigen bei noch jungen Bäumen für den Fruchtansatz.

Der erste Baumschnitt
Der erste Baumschnitt erfolgt bereits nach dem Pflanzen: Wird im Frühjahr gepflanzt bzw. bei 2-jährigen Veredelungen, erfolgt der Pflanzschnitt sofort. Wird im Herbst gepflanzt, erfolgt der Pflanzschnitt im Frühjahr darauf.

Haupttrieb kürzen, Konkurrenztriebe entfernen
Haupttrieb auswählen und einkürzen, alle Konkurrenztriebe entfernen. Drei bis vier Leitäste, die gleichmässig um den Haupttrieb angeordnet sind, auswählen, um die Hälfte einkürzen, so dass ihre obersten Knospen alle auf einer Höhe liegen; die anderen entfernen. Senkrechte Triebe schneiden und alle Triebe, die nach innen wachsen, entfernen.

Erste Blüte
Entfernen Sie die ersten Blüten, damit die Gehölze im ersten Jahr keine Früchte tragen. Dies stärkt die Wurzelbildung.

Erziehungsschnitt ab 2. Standjahr
Ab dem zweiten Standjahr erfolgt in den nächsten 3 bis 5 Jahren in der Regel im Frühjahr jeweils der Erziehungsschnitt, damit sich die Baumkrone bilden kann. Dabei Seitentriebe um ein Viertel der Länge kürzen, den gebildeten zweiten Mitteltrieb und die Steiltriebe entfernen, den Haupttrieb eine Handbreit höher als die Seitentriebe zurückschneiden. Triebe, die nach innen wachsen, entfernen.

Tools:

Einkaufsliste
● Wundverschlussmittel
● Raupenleimring
● Austriebsspritzmittel

Werkzeug
● Gartenschere
● Hebelastschere
● Klappsäge
● Bügelsäge
● Okuliermesser
● Gartenleiter
● Spaten
● Gartenharke
● Handpflücker

Regelmässiger Gehölz- und Baumschnitt

Wundbalsam nicht vergessen

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Ob Erziehungsschnitt, Auslichten des Obststrauchs oder Verjüngung des alten Apfelbaums – nach dem Alter der Bäume und Sträucher richtet sich oft der richtige Schnitt. Aber Vorsicht, Schnittstellen, die grösser als 3 cm sind, bieten Krankheitserregern eine ideale Angriffsfläche. Deshalb: Immer mit Wundbalsam verschliessen!

Wann schneide ich was?

Vorsicht vor Krankheiten

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Der optimale Zeitpunkt für einen Gehölzschnitt bei Obstbäumen und -sträuchern ist meist im Februar/März sowie im Juli/August. Im April ist die beste Zeit zum Veredeln mit so genannten Reisern, einjährigen kräftigen Triebe. Dann können Sie auch Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren durch Absenker oder Ableger vermehren.

Ziersträucher – Frühjahrsblüher oder Sommerblüher?

Schneiden für mehr Blütenfreude

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Ziersträucher bilden durch den Schnitt verstärkt Jungtriebe aus. Die beste Zeit dafür richtet sich bei ihnen nach der Blüte: Frühjahrsblüher wie die Forsythie können direkt nach der Blüte geschnitten werden. Schneiden Sie die Triebe bis knapp über dem Boden ab. Sommerblüher können Sie noch bis März oder April zurückschneiden.

Tipp:

Schnittabfälle können mit einem Häcksler zerkleinert und so leicht kompostiert werden.

Tipps und Tricks

Nützliches zum Thema Bäume schneiden

Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitt im Herbst
Sobald die Obstbäume das Laub abgeworfen haben, kann bis in den Januar hinein ein Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitt erfolgen. Wählen Sie dazu einen sonnigen, frostfreien Tag. Beim Auslichten wird totes, krankes oder beschädigtes Holz entfernt und eng stehende, sich kreuzende oder reibende Zweige weggeschnitten, ausserdem nach innen wachsende Triebe entfernt.

Verjüngungsschnitt für alte Bäume
Alte Bäume, die kaum mehr neue Triebe bilden, sollten einen Verjüngungsschnitt erhalten. Dabei wird die Krone um etwa ein Drittel zurückgeschnitten. Verschliessen Sie grössere Wunden immer mit einem Wundverschlussmittel.

Ziergehölze
Ziergehölze müssen alle 2 bis 3 Jahre ausgelichtet werden. Dazu werden an der Basis der Sträucher einige alte Äste entfernt. Wunden im Bodenbereich verschliessen.

Gut abschneiden
Man sägt oder schneidet direkt hinter dem Astring von oben schräg nach unten. Grosse, schwere Äste nicht auf einmal absägen, da sonst die Gefahr von Ausbrüchen und Absplitterungen entsteht.

Schnittwunden verschliessen
Schnittwunden, die grösser als 3 cm sind, unbedingt mit einem Wundverschlussmittel behandeln. So verhindern Sie das Eindringen von Krankheitserregern.

Obstbaumkrebs entfernen
Stellen, die von Obstbaumkrebs befallen sind, mit Säge und Stemmeisen entfernen. Stark befallene Äste komplett entfernen. Schnittwunde verschliessen.

Schutz vor Ungeziefer
Zum Schutz vor den Raupen des Frostspanners, Blutläusen und Ameisen empfiehlt sich ein Raupen- und Ameisen-Leimring. Um Spinnmilben und Schildläuse zu vermeiden, sollten die Gehölze kurz vor dem Austrieb mit einem Austriebsspritzmittel gegen Spinnmilben, Schildläuse etc. behandelt werden.

Warum schneiden?

Schnitt gut – Ernte gut

Es gibt viele Gründe, warum Äste unters Messer kommen. Häufig wachsen sie so dicht übereinander, dass es darunter kein Licht mehr gibt. Folge: Die unteren, vergreisten Äste werden komplett entfernt. So geschieht es auch mit kleinen, alten Zweigen, die nicht mehr tragen. Grund: Hier bilden sich keine Blüten mehr. Obstbaumkrebs muss ebenfalls weg. Befallene Stellen sehen aus wie eine schlecht verheilte Wunde. Mit der Säge wird der Befall weggenommen. Die Wunden sorgfältig mit Wundverschluss bestreichen. Auch bei zwei Hauptästen muss der Schwächere weichen.

Womit schneiden?

Für jeden Ast die richtige Schere

Ohne die richtige Schere wird das Bäume schneiden leicht zum gefährlichen Kraftakt. Vom kleinen Zweig bis zum dicken Ast stellen wir Ihnen das passende Werkzeug vor. Tipp: Es gibt auch Modelle für Linkshänder. Je nach Aufgabe sind unterschiedliche Scherentypen gefragt. Kleinere Äste sind ein Fall für die zweischneidige Bypass-Schere. Scharf geschliffene Ober- und Untermesser ergeben einen präzisen Schnitt. Nicht geeignet für dickere Äste: Die Scheren spreizen sich leicht. Hier ist eine robuste Amboss-Schere gefragt. Die keilförmige Klinge gleitet von oben her mit starkem Druck auch durch dicke Äste und spaltet sie quasi.

Wie schützen?

Wunden gut pflegen

Die Wunden sollen schnell heilen, damit keine Krankheitserreger in den Baum dringen. Das können Sie tun: Alte, unfruchtbare Zweige direkt am Ast abknipsen. Bleiben Stücke stehen, bilden sie den Nährboden für Krankheitserreger. Glatt heilt schneller: Schneiden Sie ausgefranste Wundränder sofort glatt. Die neuen Wunden versorgen Sie bis über den Rand mit Wundverschluss. Wird das Mittel auf der ganzen Fläche verstrichen, wirkt es wie ein Pflaster. Entfernen Sie Äste vollständig. Bleiben Überreste stehen, bilden sich steil nach oben wachsenden Trieben, die keine Früchte tragen.

OBI Tipp

info

Abgeschnittene Äste etc. können, sofern sie gesund sind, gehäckselt auf den Kompost oder aber auch zum Abdecken von Beeten usw. verwendet werden.

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